(Brief an die engsten (Züchter-)Freunde)

 

Habschwanden, 30. November 2010

Liebe Freunde,

bevor es für jedermann offiziell in meiner Homepage zu lesen ist, möchte ich Euch hiermit die traurige und für mich schrecklichste Nachricht überbringen. Mein über alles geliebter Alex vom Waldacker ist heute in den frühen Morgenstunden über die Regenbogenbrücke gegangen…! 
 

Am 1. November hat er noch voller Tatendrang und Übermut seinen „verschollenen Freund Halloween“ gesucht. Nur 2 Wochen später hat er angefangen beim Essen zu mäkeln, und fast über Nacht vermisste ich seine für sein Alter doch so verblüffende Topform. Na ja, dachte ich, irgendwann wird er nun etwas ruhiger werden, und kleine Altersmarotten gehören ab jetzt eben auch dazu.

Als er ab dem 20. November nur noch mit gut Zureden fressen wollte und auffallend müde war, wurde mir bewusst, dass diese so plötzliche Veränderung nichts mehr mit normaler Alterung zu tun haben konnte. Ein Besuch in der Tierklinik brachte dann die bittere Wahrheit ans Licht. Seine Blutwerte waren total im Keller. Irgendwo in seinem Körper „klaute“ ihm jemand sein Blut und dadurch die Kräfte.

Durch ein Röntgenbild konnten die „Übeltäter“ gefunden werden: 3 Knoten im linken Lungenflügel! Innert Sekunden ist meine Welt in einen Trümmerhaufen zusammengestürzt. Ich konnte und wollte diese Diagnose nicht wahrhaben, denn eine Heilung gab es nicht. Und Alex mit 10 ¾ Jahren noch irgendwelche Therapien zumuten, die mit eventuellen sehr unangenehmen Nebenerscheinungen verbunden sind, kam meinem geliebten Alex zuliebe nicht in Frage. So blieb mir nur abzuwarten, wie lange Alex dem Kampf gegen diese „fiesen Gegner“ noch gewachsen ist. Dass er diesmal als Verlierer aus dem Ring gehen wird, war mir schmerzlich bewusst.

Durch meine panische Angst, meinen allerbesten Freund nach so vielen wunderschönen Jahren nun bald für immer zu verlieren, habe ich ihn mit meiner Liebe überschüttet und ihn keine Minute mehr aus den Augen gelassen. Selbst nachts war ich an seiner Seite. Es blieben uns noch genau 10 Tage, die wir sehr intensiv miteinander verbrachten. Wir fuhren weiterhin täglich an „unsere“ Emme, wo wir die gewohnten, nun aber viel kürzeren und gemächlicheren Spaziergänge voll genossen haben. Seine Lebensfreude war bis zum letzten Tag zu sehen und zu spüren, es fehlte ihm einfach zusehends die Kraft. So hat er auch noch jeden Morgen seine „Freunde“ Welpi, Halloween und Co. mit wedelnder Rute aus ihrem Körbchen geholt und in den Garten hinaus getragen. Wie gerne hätte ich die Zeit angehalten!

Der gefürchtete Tag X kam jedoch mit grossen Schritten näher, und am 30. November, nur fünf Wochen nach seiner geliebten Tochter Akira von Gammenthal, hat auch er den Kampf endgültig verloren. Es blieb mir keine Wahl, ich musste ihn gehen lassen…!!!

Alle, die Alex und mich kennen bzw. kannten, wissen, was mir Alex bedeutet hat und was für mich ein Leben ohne meinen Goldjungen bedeutet. Sicher bin ich dankbar, dass ich ihn 10 ½  Jahre bei mir haben durfte. Viele seiner Artgenossen müssen leider viel viel früher gehen. Aber im Moment ist das kein Trost für mich, und der unermessliche Schmerz über seinen Verlust treibt mich fast zum Wahnsinn. Ich habe das Gefühl, an meinen Tränen und an jedem meiner Worte zu ersticken. Deshalb bitte ich Euch alle um Verständnis, mir in nächster Zeit nicht zu telefonieren,

Sylvia Dreyer